Old Block Quilt Along: Quilter’s Delight

Im Old Block Quilt Along ist der zweite Block fertig: Quilter’s Delight. Bei mir im Flower-Power-Superbunt-Design, so wie ich mir das für diesen Quilt vorgenommen habe. Das schöne Muster wollte ich aber auch noch mal etwas ruhiger probieren. Die Uni-Version ist ein echtes Recycling-Objekt aus Gardinenresten und einer „Wundertüte“ aus dem Westfalenstoffe-Outlet. Das sind kleine Zuschnitt-Reste in schönen Farben und Qualitäten gewesen. Die Tüten muss man kaufen, ohne rein zu gucken – ist ein Riesenspaß beim Auspacken zu Hause.

Old Block Quilt Along Quilter's Delight
Old Block Quilt Along Quilter’s Delight
Old Block Quilt Along Quilter's Delight aus Unis als Topflappen
Old Block Quilt Along Quilter’s Delight aus Unis als Topflappen

Andrea macht im Bernina Blog hier sehr interessante Vorschläge, wie sich aus diesem Blockmuster eine ganze Quiltoberfläche gestalten lässt, aber man kann schon aus diesen beiden Beispielen erahnen, welche Gestaltungsmöglichkeiten in diesem Block stecken. Bei mir liegen aber leider definitiv zu viele UFOs rum, um noch ein weiteres Projekt anzufangen. Lieber fange ich mal eine „UFO-abarbeiten“-Serie hier im Blog an.

Gilde Winter Mystery – Sorgenfresser-Puppe

Gilde-Winter-Mystery Sorgenfresser-Puppe

Passend zur Pandemie hatte die Patchwork-Gilde einen coolen Sorgenfresser-Kerl im Gilde-Winter-Mystery Angebot zum Mitnähen gehabt Hier geht es zur Anleitung . Aus der Anleitung ist bei mir dann eine nicht weniger großmäulige Lady geworden. Sie besteht aus den Resten des Storm-at-Sea-Quilts , der im letzten Jahr fertig geworden ist, passt also optisch aufs Bett. An Ostern ist sie in den Haushalt meiner Tochter gewechselt und ist da im Einsatz bei der Sorgenverdauung. Erst mal hat sie aber nur Ostereier im Bauch.

Sorgenfresserin hat zuviel Ostereier gefressen

Bernina Old Block Quilt Along – Bride’s Bouquet

Bride's Bouquet - der erste Block ist fertig!
Bride’s Bouquet – der erste Block im Bernina Old Block Quilt Along ist fertig!

So ein Quilt Along ist genau richtig, wenn man mal was machen möchte, was man von selber eher nicht tut. Und da passt das Bernina Old Block Quilt Along haargenau! Der Block Bride’s Bouquet macht den Anfang. Schau es dir mal hier an: garantiert bekommst du Lust, auch noch mitzumachen.

Auf Andrea Kollath ist ja total Verlass, wenn die einen Entwurf macht, oder eine Anleitung schreibt, dann muss man eigentlich, nur noch akkurat „hinterhernähen“ und schon kommt etwas Schönes dabei raus. Und die perfekten Stoffe dafür hat sie natürlich in ihrer Quiltmanufaktur in Frankfurt auch. Aber ich musste mich zusammenreißen und nicht schon wieder neuen Stoff bestellen, es war nämlich wirklich definitiv noch genug da. Keine Diskussion mit den fünf anderen Ichs!!

Stoffauswahl für den Bernina Old Block Quilt Along: Rot und floral
Viel Rot und Florales in der Auswahl für den Bernina Old Block Quilt Along

Die bunte Sammlung wartet auf den Einsatz

Ein Fat Quarter Bundle hatte ich mal gewonnen, als wir noch richtig zusammen Patchwork-Tage, Ausstellungen und Messen gemacht haben. (Ach – das alte Leben…) Es gesellten sich schnell noch ein paar passende Partner dazu, aber ich habe noch ein bisschen gefremdelt: Das viele Rot und die ganzen Blumen…. Wo ich doch ansonsten mehr so Bauhaus…. Ich stelle mir dunkles, kühles Grün dazu vor um das ganze zum Schluss zu beruhigen und helles Rosa war sowieso noch da.

Vorher Waschen statt hinterher entfärben…..

Überschüssige Farbe wird vorher ausgewaschen

und dann gleich am Anfang der erste Boxenstop: Beim Bügeln habe ich mir mit ein bisschen Sprühstärke direkt das Muster auf die Unterlage kopiert!?? Dann also besser mal der Umweg zum Wasserhahn.

Es ist ja eine ewige Diskussion: Vorher waschen oder nicht. Ich wasche eigentlich nicht, schon weil sehr viele meiner Stoffe gebraucht sind. Aber vielleicht gibt es einfach keine Regel und man muss im Einzelfall entscheiden. Hier ist jetzt jedenfalls alles mal durchs Wasser gezogen worden, bis kein Orange mehr raus kam.

Den Block nähen

Alle Teile nach dem Zuschneiden erst mal ordentlich auslegen.

Beim Nähen unbedingt diesen Tipp von Andrea beachten: Nach dem Zuschneiden der Teile alles erst mal ordentlich auslegen und nach jeder Naht wieder hinlegen, damit man nicht den Überblick verliert. Mein Trennmesser kann erklären warum. Wer genau hinschaut, sieht auch, dass bei mir das ausgelegte Muster nicht ganz dem fertigen Block entspricht, irgendwo habe ich doch noch was vertauscht, war aber dann kein Problem. Der Block ist wirklich von Andrea sehr gut erklärt, auch die Y-Nähte. Also: Die Anleitung richtig lesen und danach: Erst denken, dann nähen. So einfach – eigentlich….

Aus Resten Projektmappen nähen: ausgerechnet Taupe

Taupe ist das neue Schwarz - Nähen aus Resten . Zwei Projektmappen, eine Tasche für Nähutensilien und ein kleines Nadelkissen sind raus gekommen.
Taupe ist das neue Schwarz – aus kleinen Produktions-Resten genäht. Sehr klassische Farben und sehr klassische Blockmuster passen hier zusammen.

Ich liebe bunt und tolle Kontraste. Es gibt Farben, die haben für mich lange Zeit gar nicht wirklich existiert. Vielleicht zur Beschreibung der Wüste, aber viel mehr hatte ich damit nie am Hut. Das ist jetzt also so etwas wie eine Annäherung an die Farbwelt Taupe.

Das Dauer-Problem: Die Reste organisieren…..

Reste sammeln, durch Stoffläden stöbern, Altes und Gebrauchtes neu zu etwas Schönem kombinieren ist ein wunderbares Vergnügen, zu dem ich viel zu selten Zeit habe. Und dann gibt es am Stadtrand von Münster auch noch dieses Westfalenstoff-Outlet. Statt Sommer-Urlaubsreise also ein großartiger und für meine Restekiste folgenschwerer Ausflug nach Münster.

Natürlich gibt es da am Meter all die wunderbaren Westfalenstoff-Schätze, aber unterm Ladentisch auch so tolle kleine Wundertüten, die man kaufen muss, ohne lange rein schauen zu können. Da sind wirklich kleine Reste aus dem Zuschnitt drin, zufällig durcheinander gewürfelt. Zu Hause beim Sortieren und freuen bildete sich dann plötzlich so ein kleiner Taupe-Haufen. Grau-Beige-Braun in hell und dunkel. Ich hatte das Gefühl, dass ich mir da einen Beifang eingehandelt hatte, der mich jetzt vorwurfsvoll anschaute und keinesfalls in die Tonne wollte. Und dann habe ich plötzlich angebissen und ich dachte, das sei das richtige Material, um andere – buntere (!) Projekte zu lagern und zu sortieren.

Praktisch und billig geht auch schön und nachhaltig!

So sind zwei Projekttaschen daraus entstanden und eine kleine Tasche für Utensilien. Die allerletzten kleinen Resten reichten dann gerade noch für das Nadelkissen dazu. Und was soll ich sagen: Taupe sieht super aus, sehr harmonisch und elegant. Man lernt nie aus!

In einer Projektmappe ist alles gut sichtbar zusammen verstaut.
Projektmappen sorgen für Ordnung und Überblick im Stoffregal und Nähschrank.

Ich mag diese Taschen sehr gerne, weil alles für ein Projekt geordnet und sicher beisammen ist und die durchsichtige Rückseite für den Überblick sorgt. Prima kleine Projekte um Reste zu verwerten oder auch um neue Techniken oder schöne Blöcke auszuprobieren. Die Vinyl-Folie kann man auch durch Netzstoff ersetzen, wenn man das Plastik aus dem Nähzimmer verbannen möchte. Wer mag, kann auch noch Griffe dran nähen oder eine Öse zum Aufhängen einschlagen.

FFP2-Masken schnell und einfach schöner machen

Mit schönem Stoff verkleidet sieht die FFP2-Maske gleich besser aus

Ob FFP2 oder N95 – die Masken haben zwei Dinge gemeinsam: Sie schützen besser als einfache selbstgenähte Masken und sie sind ausnehmend hässlich! Offensichtlich sind sie für riesige Männerköpfe gemacht, zu groß sind sie nämlich auch. Also ran an die Restekisten und die Nähmaschine, es dauert nur eine halbe Stunde eine -FFP2-Maske schöner zu machen. Aber Achtung: Wir reden hier über ganz normale einfache Alltagsmasken, also Mund-Nase-Bedeckungen ohne besondere Schutzqualitäten und alltäglichen Einsatz, also zum Beispiel jeden Tag in der Schulklasse. Für alle anderen Fälle fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker. (Apothekerinnen scheint es für die Werbefritzen ja nicht zu geben.)

Zuerst einmal passend machen: Einfach flache Falten rein nähen und schon passt deine FFP2-Maske zu deinem Gesicht! Sie funktioniert besser, wenn sie gut abschließt und nicht überall offen absteht. Und sie sieht schon ein bisschen besser aus, wenn sie nicht mehr wie ein Elefantenrüssel vorne aus deinem Gesicht ragt.

In der Restekiste findet sich genug Material um die FFP2-Maske zu dekorieren

Bei nähenden Zeitgenossen gibt es sowas ja zwangsläufig: Diese Kiste mit Resten, die eigentlich zu nichts mehr groß genug sind. Aber man kann ja nie wissen, also hebt man das alles auf. Neu kombiniert und auf die Maske dekoriert kommt das dann endlich doch zu neuen Ehren. Um den Stoff passend zu machen einfach zur Hälfte legen und die Maske (flach zusammen gefaltet, wie sie aus der Verpackung kommt) drauf legen. Dann die Schrägen abzeichnen und den Stoff entsprechend abnähen. An den Kanten einfach umschlagen und eng am Rand aufnähen. Achtung: Dünnen, leichten Stoff nehmen, die Maske ist schon dicht genug! Dann noch ein bisschen aufhübschen und schon ist die Maske deutlich schicker! So können dich deine Schülerinnen und Schüler gleich viel besser aushalten und die Kolleginnen natürlich auch.

FFP2-Maske verschönert mit Brille getragen.

Mit gutem Willen passt sogar noch die Brille drüber, aber mit der Maske gehen die Linsen sowieso besser, die beschlagen nicht dauernd. Waschen soll man FFP2-Masken grundsätzlich nicht, weil sie irgendwo innen drin elektrostatisch aufgeladen sind, so dass die Viren da im Flies hängen bleiben. Angesichts der Preise lade ich mich allerdings selber auch auf. Angeblich sind alle Viren verschwunden, wenn sie ein paar Tage in der Sonne gehangen haben, dann kann man sie wieder anziehen. Make Up-Reste und andere Schweinereien sind dann aber nicht verschwunden, die muss man ignorieren. Viel Spass beim Basteln und bleibt gesund!

Storm at sea Quilt für Romantikerinnen

storm at sea Quilt

Irgendwo zwischen Landhausküche und Laura Ashley sollte es sein und farblich nicht so aufdringlich. Das etwa war die Vorgabe. Für mich eine Herausforderung, weil ich mich ansonsten doch eher zwischen Bauhaus und bunt bewege.

Storm at Sea Quilt Detail

Storm at sea ist ein Quiltmuster, das mich bereits in meinem allerersten Quiltbuch angesprungen hatte. Mehrere Jahrzehnte ist das jetzt her, nie war Zeit dafür, immer war was anderes…. Ein absolut klassisches Muster mit unglaublich vielen Variationsmöglichkeiten. In diesem Jahr sollte meine Tochter jetzt zur ersten wirklich eigenen Wohnung und zum Geburtstag endlich auch mal ihren Quilt bekommen. Die hatte schon als Kind ihren eigenen Stil, sehr sicher und eindeutig, aber ganz anders als ich. Eine wunderbare Gelegenheit, sich dieser Welt anzunähern.

Der schöne Effekt des Musters, aus graden Linien scheinbare Kurven zu machen, sorgt für Tücke im Detail. Im Prinzip sind es ja geschickt verteilte Rhomben und Quadrate. Die Maße der Rhomben werden durch die Größe der Quadrate vorgegeben. Die Winkel innerhalb der Rhomben sind wiederum durch deren äußere Abmessungen bestimmt. Also sind das nicht zum Beispiel 120°, sondern 102° oder 112°. Das lässt sich kaum ordentlich mit dem Lineal schneiden, das schreit natürlich nach Schablonen. Ich habe die von Wendy Mathson benutzt, die gleich auch noch ihre Erfahrung zwischen zwei Buchdeckel gepackt hat. Mit ihren Linealen gelingen wirklich präzise Nähte und Blocks. Und das Buch ist eine Fundgrube für Storm at Sea Quilt Beispiele und enthält viele Hinweise für eigene Entwürfe. . Findet man alles auf ihrer Homepage hier

So ein Storm at Sea Quilt ist nicht wirklich etwas für die eher großzügigen Typen, die eher mal so frei schneiden möchte. Und der Termin, an dem man das Projekt dann verschenken möchte, sollte auch möglichst noch einige Zeit weg sein.

Die Zwischenlage aus reiner Wolle hatte ich schon extra aus Deutschland mitgenommen (sehr praktisch im Koffer als Polster und wiegt kaum was).Aber die Rückseite hatte ich irgendwie nicht so richtig auf dem Radar…. Das konnte doch nicht so schwer sein, schließlich kommt edelste Baumwolle von jeher aus Ägypten. Aber hier sollte es etwas besonderes sein: Ein wunderbar dicht und fein gewebtes, seidig-glattes Bettlaken aus Bio-Baumwolle, gewachsen in Ägypten bei einem der Vertragsbauern von SEKEM. Mehr hier Eine knappe Autostunde raus aus Kairo liegt die „Farm“, die längst weit über diesen Begriff hinaus gewachsen ist. Dort entstehen unter den Händen zufriedener Menschen an den Nähmaschinen die niedlichen kleinen Strampler aus Bio-Jersey, die bei unserem Lieblings-Drogeriemarkt in der Babyabteilung hängen. Außerdem Gemüse, Kräuter, Trockenfrüchte für den ägyptischen Markt und ganz „nebenbei“ hektarweise nachhaltig begrünte Wüste. Eigentlich könnte alles ganz einfach sein……

Storm at Sea Quilt eher romantisch und farblich mehr zurückhaltend

Und die, die man NIE sieht, weil sie immer hinter der Kamera ist, ist meine Schwägerin, die kurz hinter Weilheim an einer wirklich anerkannt schönen Stelle des Voralpenlandes rund ums Haus eine Terrasse hat, auf der immer irgendwo das richtige Licht ist für ihre wunderbaren Bilder. Schaut mal hier . Echt schade, dass Bayern immer so weit ist, manchmal bleibt da nichts anderes übrig, als selber drauf zu drücken, man sieht dann aber auch immer gleich den Unterschied.

Im deutschen Winter braucht der Quilt Verstärkung auf dem Bett, aber in allen anderen Jahreszeiten ist er genau richtig, um gut darunter zu schlafen. Schafwolle ist als Einlage sehr ausgleichend und angenehm. Prima quilten lässt sie sich auch. In diesem Fall musste es auf der kleinen Nähmaschine passieren, weil keine andere da war. Es ging besser als gedacht.

Ein neuer Quilt aus alten Pullovern: Textilrecycling

Drei alte Pullover und ein bisschen Sonnenglanz: Natürlich schmeißen Patchworkerinnen wunderbare Shetlandpullover nicht weg, nur weil sie nicht mehr getragen werden. So ein dicker Winterquilt, gefüllt mit Wolle ist also eigentlich Textilrecycling im besten Sinne.

Drei alte Pullover und ein bisschen Sonnenglanz (Textilrecycling)
Drei alte Pullover und ein bisschen Sonnenglanz (Textilrecycling)

„Jaja, in dem Pullover hab ich damals Staatsexamen gemacht….“ – es gibt Kleidungsstücke, die mit Erinnerungen verbunden sind. Und dann ist irgendwann wirklich Schluss mit einem Lieblingsstück und es wechselt den Platz aus dem Kleiderschrank in die Kiste mit den Lieblingsstücken, die zu neuen Lieblingsstücken werden sollen. So auch geschehen mit einigen Winterpullovern aus Shetlandwolle, die damals – im nahezu ungeheizten Altbau in der Eifel -unersetzlich waren. Mit einer Wolldecke als Zwischenlage ist ein warmer, schwerer Quilt daraus geworden, der im Winter auf dem Bett liegt. Textilrecycling nennt man das heute, aber patchworkenden Menschen steckt das in der DNA, denen musste man Nachhaltigkeit noch nie erklären.

Kaufen – anziehen – wegschmeißen, denn nach der ersten Wäsche ist es eh nur noch als Putzlappen gut – vielleicht muss man das irgendwann zwischen 12 und 18 Jahren tatsächlich mal ausprobiert haben. Danach hat man verstanden, dass es im Leben doch noch was anderes gibt, als „ich kaufe, also bin ich“.

Drei alte Pullover und ein bisschen Sonnenglanz Quilt Detail (Textilrecycling)
Drei alte Pullover Quilt Detail (Textilrecycling)

Nach diesem Quilt habe ich endlich einen Obertransportfuß gekauft. Irgendwie hat sich die Bernina aber auch so durch die dicken Wollstoffe gequält. Heute weiß ich gar nicht mehr, wie das gehen konnte, ohne Obertransport. Dicke Wollstoffe sind zugegebenermaßen wirklich sehr sperrig und mühsam unter der Maschine. Aber das sind eigentlich die Quilts im ursprünglichen Sinne: Dicke Decken aus alten Kleidern, die die Siedler auch dann warm hielten, wenn es sonst nicht viel gab.

Gegen den Corona-Frust: Zwischen all den Masken mal wieder Applizieren mit der Nähmaschine

Klar sind wir gerne nützlich und nähen im Akkord Masken, aber zwischendurch darf der Spaß nicht fehlen. Und bestimmt erschreckt sich das Virus ja, wenn es so angeschaut wird und dreht dann ab. Das Motiv wollte ich mit der Nähmaschine applizieren. Der Schnitt ist ganz einfach, mit angeschnittenen Ärmeln und einem Abnäher für die Passform, ich hab ihn von einem T-Shirt abgezeichnet.

Jetzt muss das herhalten, was an Stoffen da ist. So mitten ins Getümmel der Stoffmärkte in Kairo mag ich mich gerade gar nicht so gerne reinstürzen und die heimischen Stoffgeschäfte bleiben unerreichbar, bis Egyptair und Lufthansa wieder abheben.
Aber sieh an, da war doch noch so ein Stück Leinen, letzten August in Birmingham auf dem Festival of Quilts aus einer Grabbelkiste gezogen. Also die Farbe nicht so meins, eigentlich, müsste es ein bisschen bunter, peppiger werden….

Applizieren mit der Nähmaschine kann ja auch schief gehen, also gut vorbereiten: Motive nicht zu filigran werden lassen, alles in seine Einzelteile auflösen und entscheiden, in welcher Reihenfolge genäht werden soll. Die einfachste Methode ist, alles spiegelverkehrt auf die Papierseite von Fliesofix (oder eine andere Marke) aufzuzeichnen. Die Teile dann auf die Rückseite vom jeweiligen Applikatiosstoff aufbügeln. Wenn Stoff und Papier gut verbunden sind, das Motiv ordentlich ausschneiden.

ausschneiden, legen, kleben…
Mehr Garn ist nicht zur Auswahl und das war ja auch nicht zum Sticken gedacht. Aber gute Nadeln habe ich wenigstens noch im Vorrat.
Erst einmal Probenähen.

Meine Aurora 450 hat mehrere gute Quiltstiche unter der Haube. Den Applikationsstich gibt es dreifach oder einfach. Ich habe mich hier für den Dreifachstich entschieden, weil der besser auf dem groben Stoff herauskommt. Mit dem offenen Stickfuß hat man freie Sicht auf die entscheidenden Stellen. Ecken unbedingt vorher noch einmal üben.

Dann kann es auch schon losgehen.

Es muss gar nicht alles absolut perfekt sein. Man kann auch noch Butterbrotpapier unten drunter legen, dann gleitet das Paket besser und der Stoff wird zusätzlich stabilisiert. Das Papier lässt sich hinterher leicht entfernen.

Not macht erfinderisch – da musste eine Lampe über den Esstisch.

Recycling macht’s möglich! Das Foto outet mich auch als leidenschaftlichen Bonn-Fan, die Kirschblüte im Hintergrund habe ich zu Weihnachten bekommen, genau auf die Koffergröße abgestimmt, damit es auch mit kann.

Nichts ist so ungemütlich wie eine nackte Glühbirne über dem Esstisch.

Aber nichts ist auch so gruselig wie die Lampenauswahl in Kairos Einrichtungsläden. Immerhin hat es ein nicht unerheblicher Stoff-Vorrat durch den Zoll geschafft, obwohl ich ihn mit der Post geschickt hatte. Da fand sich dann auch schnell etwas, es fehlt also nur noch der Unterbau. Leider ist Kairo allen ernstes eine Stadt ohne Baumarkt. Man kauft alles bei kleinen Händlern auf der Straße, die sind alle auf irgendetwas spezialisiert. Klar, dass die Anfängerin nicht weiß, wer was wo verkauft. Ist auch egal, weil sie sich ja eh im Bazar hoffnungslos verläuft und den Händler kein zweites Mal wieder findet. Wer kein Arabisch kann – also ich – hat sowieso verloren. Also nimmt man, was sich so findet.

Der Wassergallone den oberen Teil abschneiden und eine Fassung einbauen war leichter als gedacht.
so sieht das Ganze von innen aus.

El Hilo Latino geht fremd….

El Hilo Latino wollte mal was Neues sehen und dachte sich, es sei an der Zeit, den Kontinent zu wechseln….
Ganz neue Aussicht…

Perspektivenwechsel ist ja grundsätzlich sinnvoll, also greift man zu, wenn sich die Chance bietet, einen neuen Job mit ganz neuen Erfahrungen zu verbinden.

Da kam mir die (so ungefähr) 20-Millionen-Metropole Kairo gerade recht. Keiner weiß wirklich, wieviel der etwa 100 Millionen Ägypter wirklich im Einzugsgebiet der Hauptstadt leben, aber sicher ist, dass die meisten unter 30 sind, wenig Geld und Ausbildung haben aber randvoll mit Mut und Hoffnung sind. Alles drängelt sich entlang des legendären Flusses und an den Küsten, der Rest des Landes ist tatsächlich weitgehend – leer.