El Hilo Latino
Textilkunst, Patchwork und Quilts

Stoffgeschäfte in Amsterdam

Amsterdam hat natürlich viel mehr zu bieten, als Stoffgeschäfte, aber wenn man schon mal da ist … 😅 Und jawohl, um Amsterdam habe ich jahrelang einen Bogen gemacht, weil VOLL mit Touristen und VIEL ZU TEUER!! Die Niederlande sind überall eine Reise wert, da muss man sich nicht in Amsterdam schon für Koffie met Appeltaart finanziell ruinieren. Aber jetzt musste ich sowieso in die Nähe und da lag es nahe, mal wieder Kontakt mit der Stadt aufzunehmen. 

Fazit: Alles ist wie immer, aber schöner🥰. Die Stadt erfüllt immer noch voll das Holland-Klischee, aber in meinen Augen ist sie schöner als früher. Der Reihe nach: 

  1. Anreise mit der Bahn! Auf keinen Fall versuchen, mit dem Auto in die Stadt zu kommen. Mein Highlight diesmal war ein dicker BMW mit deutschem Kennzeichen, der sich auf einem Fahrradweg (!) so hoffnungslos festgefahren hatte, dass er nur noch in einer beschämenden Aktion unter Beteiligung hilfreicher Stadtbürger aus seiner Lage befreit werden konnte. 
  2. Bahn geht super! Dein DB-Ticket hat ja den QR-Code, den hältst du an den Schranken am Bahnhofausgang ans Leseteil und schon bist du draußen. Wenn du Probleme hast, hilft der freundliche Mensch, der an den Gates aufpasst. 
  3. Tram, Metro und Bus benutzt man, indem man beim Ein- und Aussteigen jeweils ein- und auscheckt. Du hältst Karte oder Handy an das Leseteil und wartest auf das „Ping“. Wichtig: IMMER auschecken, sonst weiß das System nicht, dass du schon ausgestiegen bist. Wenn ganz viele gleichzeitig aussteigen, macht es ganz oft „Ping“, achte darauf, dass deine eigene Karte dabei auch gelesen wird.
GVB-App
OV-pay-App

Zwei Apps (kann man kostenlos runterladen) machen dich mobil: Die OV-pay App (OV liest sich oh-weh 😅) und die GVB-App. In der OV-App wird deine Kreditkarte verbunden, du zahlst also jeweils die gefahrene Strecke mit der Karte. In der GVB-App kannst du Tages- und Mehrtageskarten kaufen, die rund um die Uhr in allen Verkehrsmitteln gelten. Sehr praktisch! Man kann sich Karten auch vorab schicken lassen, das hab ich aber noch nie probiert. Ganz viel Info dazu (auf Englisch) auf Public Transport Holland.com und auch auf deutschen Seiten im Netz. 

A. Boeken Stoffen en Fournituren

Aber wir wollen ja ins Stoffgeschäft😀, also zuerst zu meiner absoluten Empfehlung: A. Boeken Stoffen en Fournituren. Metrostation Nieuwmarkt, mit der M51 nur eine Station von Centraal Station Richtung Isolatorweg. Wenn du den Ausgang Richtung Nieuwe Hoogstraat/Dam nimmst, sind es oben nur ein paar Schritte bis zum Laden. Innen ist das Angebot größer, als von außen angenommen. Neben Stoffen auch alles, was man sonst so zum Nähen gebrauchen kann. Hinten links unter dem Tisch auch eine Restekiste 😉. Nette, sachkundige Menschen helfen bei Fragen und Problemen. Der Laden ist super,  wenn du Kleidung nähst, aber kein Patchwork-Geschäft. 

De Knopenwinkel

Mein zweiter Tipp: De Knopenwinkel (also: Der Knöpfe-Laden). Man bleibt unsicher, ob es sich um eine Galerie oder ein Knopfgeschäft handelt, jedenfalls gehen Bilder und Knöpfe hier eine spannende Gemeinschaft ein. Die Inhaberin gibt uns das Gefühl, dass sie sowieso viel mehr daran interessiert ist, hinten mit ihren Bildern weiter zu machen, als vorne Knöpfe zu verkaufen. Das ist nicht unfreundlich, sie geht nur – glaube ich – davon aus, dass du alleine viel besser findest, was du gerne haben möchtest und wenn du sie brauchst, wirst du sie finden. Der Laden ist in der Herengracht 383-389. In der Gegend solltest du sowieso ein bisschen länger rumlungern, weil das schon zu den „negen straatjes“ gehört, also zu den neun kleinen Gassen zwischen Prinsengracht, Keizersgracht, Herengracht und Singel, in denen sich ein interessantes Shopping-  und Kulturzentrum ausgebildet hat, das auch mit guten Restaurants aufwarten kann. Normalverdiener saugen hier aber vor allem Inspirationen auf und sind mit der Kreditkarte eher vorsichtig. 

Petra Prins

Es folgt in der Liste der Patchworkladen mit Kultstatus für alle Patcher:innen, die ein Herz für traditionelle (holländische) Drucke haben. Petra Prins am Nieuwezijds Voorburgwal 97. Man läuft vom Bahnhof wenige Minuten den Nieuwezijds Voorburgwal runter und findet den Laden links an der Ecke Sint Nikolaasstraat. Es sind eigentlich zwei Läden, aber man läuft von einem in den anderen durch eine Zwischentür.  Hier finden sich wirklich viele traditionelle Drucke und Retro-Prints. Außerdem gibt es Quilting Bees, Workshops, ganz viel Fachwissen beim Personal und tolle Anregungen. Der Laden ist ein MUSS, auch wenn man – wie ich – garnicht so richtig traditionell unterwegs ist. Man genießt einfach die Atmosphäre und lässt sich ein bisschen in die gute alte Zeit entführen. 

Hier erst am Schluss kommen die alteingesessenen Stoffläden am Albert Cuyp- Markt. Also N&N Stoffen und die Kniphal. Beim Bummel durch die Albert Cuyp-Straat, zwischen den Marktständen kommt man da irgendwann sowieso vorbei. Aber ehrlich gesagt finde ich, dass man deswegen nicht nach Amsterdam muss. Das kann man auch auf jedem niederländischen Stoffmarkt in Deutschland haben. Und wenn wir mehr so touristisch in Amsterdam unterwegs sind, suchen wir eher auch nach den besonderen, typischen Läden. 

Und was sich wirklich sehr geändert hat, ist der weite Blick über Het IJ hinter dem Bahnhof. Hier lagen früher die Frachtkähne auf denen die Fahrräder geparkt wurden (und das waren SEHR viele). Da war alles so voll, dass man vom Wasser gar keinen guten Eindruck mehr hatte. Und wo sind die jetzt?? Alle unter dem Bahnhof, wo die Stadt ein wirklich tolles Parkdeck gebaut hat. Genau gesagt unter dem Hafenbecken vor dem Bahnhof. Platz für 7000 Fahrräder, sicher, hell und trocken. Mit Fahrradwerkstatt, Laden und der Vermietung der OV-fietsen. Die ersten 24 Stunden kostenlos. Auf den Rollsteigen bequem rein fahren, parken und dann direkt aufs Gleis zum Zug (und umgekehrt). Ach ja, hätte ich bei uns auch gerne, aber meine Stadt baut gerade Fahrradwege ab, um Platz für mehr Autos zu schaffen. Kannste dir nicht ausdenken, sowas.🙄

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